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Vor-Stellungen, Bildnisse und Wirklichkeit

Dieses Thema im Forum "Philosophisches" wurde erstellt von Sternschnuppe, 19 März 2019.

  1. Sternschnuppe

    Sternschnuppe Supermoderator Mitarbeiter

    Vor-Stellungen, Bildnisse und Wirklichkeit


    Ein jeder von uns kennt wohl das Gebot, "Du sollst dir kein Bildnis machen!"

    Nun, was bedeutet dies eigentlich?

    Ein Bildnis ist eine Art und Weise, wie wir Menschen, Dinge und alles, was wir betrachten innerlich einordnen, kategorisieren, benennen, abstempeln und in eine Schublade ablegen.
    Es gibt uns eine Art Gewissheit oder Sicherheit, mit wem oder was wir in unserem Leben in Verbindung treten, mit dem wir vielleicht konfrontiert werden oder was uns gerade in besonderer Weise interessiert oder beschäftigt.

    Doch genau dieses Bildnis versperrt uns die freie Sicht auf die Wirklichkeit, wir können dadurch den Menschen oder die Sache gar nicht reell wahrnehmen, da wir uns ja ein Bild davon gemacht haben, welches möglicherweise nur einen Teil davon darstellt, was wir gerade betrachten.
    Es reduziert also das Wesen oder die Sache und wird ihm nicht wirklich gerecht.
    Wir schränken es praktisch in unserem Geiste ein und lassen es nicht so wirken, wie es natürlicherweise wirken kann bzw. könnte.
    Damit erzeugen wir ein Mangel-Bewusstsein in uns.
    Insofern verlangen wir dann auch nach mehr - der uns gegenüberstehende Mensch genügt uns nach einer Weile nicht mehr, die Sache greift sich ab, bringt uns keine wirkliche Freude mehr etc.
    Wir gehen also bald zum Nächsten über...
    Dieses Prinzip wiederholt sich immer und immer wieder, erfolgt praktisch endlos - und wir gelangen nie zur Ruhe, werden auf diese Weise niemals den Frieden in uns finden können.

    Auch das Bild von und über uns selber spielt da ganz entscheidend mit hinein.
    Wenn wir eher scheinen möchten anstatt zu sein, wenn wir ein bestimmtes Bild anderen gegenüber abwerfen wollen, wenn wir nicht bereit dazu sind für den lebendigen Wandel, das unendliche Fließen des Lebens.
    Das Leben ist ja nicht starr, es ist ein Fluss, immerzu anders in jedem Augenblick.
    Insofern ist auch ein jedes Geschöpf jeden Augenblick anders.
    Dies sollte uns bewusst sein, denn nur somit können wir unvoreingenommen einem jeden Wesen diese wertvolle Freiheit lassen - und damit uns selber.
    Geben wir ihm gar nicht den inneren Raum dazu, wird sich auch in unserem Leben nicht viel verändern können - es verhält sich dann in etwa wie mit der selbst erzeugten Prophezeiung.

    Lassen wir hingegen sämtliche Bilder, Vor-Stellungen und Richtlinien beiseite, werden wir erst in den Genuss kommen, das Leben so zu erfahren, wie es tatsächlich ist - ohne diverse Brillen auf der Nase, die es subjektiv verändern.
    Erfahrungswerte sind schön und gut und sicherlich auf körperlicher Ebene sinnvoll und wichtig, jedoch auf geistiger Ebene oft eher hinderlich.

    Gibt es kein Bild mehr, muss auch nichts mit Mühe aufrecht erhalten oder mit viel Energie verteidigt werden, denn dann können wir alles annehmen, was ist...und damit das Leben immerzu neu erfahren, kennen- und schätzen lernen.
    Dies bedeutet auch der Ausspruch, "Werdet wieder wie die Kinder!"
    Kinder leben von Natur aus im Augenblick, sie vergleichen noch nicht, werten nicht oder wägen ab, wie gefährlich etwas sein könnte oder nicht etc., sie nehmen wahr, erkennen und tun dann.
    Erst die sog. Erfahrung lässt uns dann oft nach und nach ängstlicher werden.
    Wenn wir jedoch erkennen, dass es diese Art von Erfahrung eigentlich in Wirklichkeit gar nicht reell gibt, da jede Situation immer einzigartig ist, baut sich auch keine grundsätzliche Angst mehr in uns auf.
    Bekommen wir dann Angst, hat sie natürlich ihre Berechtigung - sie warnt uns dann in genau dieser Situation vor etwas, was uns Schaden zufügen könnte.
    Es ist jedoch keine latente Angst, die "vorsichtshalber" schon mal da ist.

    So können wir also Ängste in uns abbauen, indem wir unsere Vor-Stellungen und Bilder im Geiste ablegen.
    Und genau darum gibt es auch dieses Gebot, "Du sollst dir kein Bildnis machen!"
    Wie bei allen anderen Geboten in dieser Art auch, ist dies also nicht einfach mal so willkürlich festgelegt worden, sondern dient einem bestimmten Zweck:

    Dafür, dass wir in Frieden bleiben, kommen oder wieder zurück finden.

    FRIEDE SEI mit EUCH!
     

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